Nur einen Blick lang fremd

Am 01.10.2019 fand im Rechenzentrum die Vernissage "Nur einen Blick lang fremd" statt. Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs stellten die Ergebnisse eines interkulturellen Fotografieprojekts mit Geflüchteten vor, das sie im Politikunterricht durchgeführt hatten – auch und gerade, da die Voltaireschule zum Netzwerk "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" gehört.

Fotoprojekt Die SchülerInnen hatte sich dazu im Vorfeld in und außerhalb des Unterrichts mit verschiedenen Aspekten von Migration auseinandergesetzt und sich mehrmals mit Geflüchteten getroffen, um am Ende mit diesen – unter Anleitung eines Fotografen – im Rahmen eines Workshops Stillleben aus Porträtfotos und persönlichen Gegenständen zu erstellen.
Eröffnet wurde die Ausstellung durch eine sehr persönliche Rede der Schülerin Nike H., die einen Bogen zur Bedeutung derartiger Projekte für die Zeit des Heranwachsens und die Erfahrungswelt von Jugendlichen zog und dabei unterstrich, welche interkulturellen Erfahrungen sie selbst bei der Durchführung des Projekts gemacht hatte.

Musikalisch untermalt wurde die Ausstellung durch Milan P. (Schlagzeug), David T. (Gitarre/Klavier) sowie Richard W. (Saxofon). Für eine kleine kulinarische Unterstützung standen SchülerInnen aus der Schülerfirma dankenswerterweise bereit.

V2 V3 V4
Die Ausstellungseröffnung stieß auf große Resonanz, aufseiten interessierter SchülerInnen und Lehrkräfte der Voltaireschule, Mitarbeiter des Rechenzentrums, aber auch externer Besucher. Besonderer Dank gilt hierbei auch dem Bündnis für Brandenburg, welches das Projekt finanziell unterstützt und somit ermöglicht hat.

Thibaut Haffner, FB Politische Bildung (Fotos: Robin Miska)

Szenische Lesung im Palais Lichtenau

Besuch der Klassen 6L, 7L und 8L am 06.11.2019

Am 06.11. waren wir im Palais Lichtenau,
dort stellte Caroline Flüh ihr Buch zur Schau.

SzL1

"Geheimnisse am Hof" hieß das gute Stück,
es war sehr schön, was ein Glück!

Die Geschichte spielte im 18. Jahrhundert im Potsdamer Waisenhaus,
darauf gab es großen Applaus.

Auch ein Schauspieler kam vorbei,
Spaß und Freude zauberte er herbei.

SzL2
Seine lustige Art
machte ihn sehr smart.

Mit ihrem Buch fesselte die Autorin das Publikum,
bei ihr würd' ich gern machen mein Praktikum.

SzL3
Die Vielfalt an Mitmach-Aktionen
erzeugte viele Emotionen.

Von Schauspielkünsten bis zu Projektionen,
es waren tolle Kreationen.

SzL4
Es gefiel uns so sehr,
deshalb fiel der Abschied schwer.

Maya und Leni aus der 8L (Fotos: Nadine Möhring)

Jeder kann "stark" sein Potenzialanalyse im Jahrgang 8

In der Woche vom 21.10. bis 25.10.2019 besuchte jeweils eine Klasse des 8. Jahrganges an einem Tag den TÜV Rheinland in Bornim. Für unsere Klasse (8B) fand dieser besondere Schultag am Dienstag statt.

Der Tag stand unter dem Motto: "Potenzialanalyse". Ein großes Wort, mit einer einfachen Bedeutung: Jeder hat seine Stärken, und diese zu erkennen, stand im Mittelpunkt.

In Team- und Einzelarbeit hatten wir einige Aufgaben zu bewältigen. Dabei kamen der Spaß, die Experimentierfreude und die Kreativarbeit nicht zu kurz.

Die meisten Mitschülerinnen und Mitschüler waren in der Lage, nach einer Bauanleitung Schachteln zu falten, aber es gab einen, der es sogar schaffte, eine Schachtel in Ameisengröße zu bauen – ob er wohl einmal Feinmechaniker oder Gefäßchirurg werden wird?

Wir haben uns vorgestellt, wie wir in zehn Jahren leben wollen, und haben unsere Vorstellungen mal mutig und auch mal zurückhaltend vorgetragen. Kommunikation hieß hier das Zauberwort.

PA1 PA3 PA2 PA4
Aber die Krönung war das Eierproblem. Ein rohes Ei sollte einen Flug aus ca. 2,50 m Höhe überstehen. Auch dieses Problem war zu lösen. Teamwork war angesagt, und schon hat es ein ganzes Ei geschafft zu überleben. Werden diese Gruppenmitglieder später in der Verpackungsindustrie, im Projektmanagement, im Gerüstbau oder sogar im Tierschutz tätig werden?

In 14 Tagen führen wir Auswertungsgespräche, die uns helfen werden, unsere Stärken auszubauen und zu anzuwenden.

Wir danken dem Team des TÜV Rheinland und hoffen auf spannende Ergebnisse.

Lilly T., Klasse 8B (Fotos: Angelika Lück)

Aus der Luft gegriffen? Umweltaktivist und Fotograf J. Henry Fair zu Besuch

Wie Luftbilder über den Klimawandel aufklären

Der Montag nach den Herbstferien startete für die Seminarkurse der 12. Jahrgangsstufe mit einem Besuch des Fotografen J. Henry Fair. Der US-Amerikaner macht farbenfrohe Bilder, vor allem Luftaufnahmen. Ohne Hintergrundinformationen würde man wohl kaum erkennen, was diese Werke zeigen: menschengemachte Umweltzerstörung. "Ironisch" nennt er seine Bilder, dabei meint er das Paradoxe, das diese Dissonanz an Schönheit und Schrecken an sich hat. Henry Fair sieht seine Bilder als Kunst. "Art has to have a Message".

Für ihn ist wichtig, dass seine Bilder zeigen, was noch immer viele leugnen: den menschengemachten Klimawandel. Auch wenn er diesen mit seinen Bildern nicht beweisen kann, so könne man dennoch nicht leugnen, was auf ihnen zu sehen ist. "Niemand kann sagen, dass in diesem Fluss kein Öl ist, denn man sieht das Öl."

Fair1 Fair2 Fair3
"Discussion has failed", sagt er in Bezug auf den Klimawandel. Gerade in seiner Heimatstadt, im Süden der USA, sähe man, wie Menschen nicht bereit wären, das Offensichtliche zu akzeptieren. 40 Tage im Jahr stünde die Stadt unter Wasser, dennoch wolle der Großteil der Einwohner nichts vom Klimawandel hören. Henry Fair versucht mit seinen Bildern genau an diesen Stellen Türen zu öffnen; dort, wo es mit Worten nicht gelang.

Uns berichtet er während der Stunde auch, wie sein Leben sich durch die Arbeit verändert hat. Er versucht, ohne Plastik zu leben, nicht nur wegen des Abfalls und des Verbrauchs an endlichen Ressourcen wie Erdöl, der mit Produktion und Verwendung von Plastik einhergeht, sondern auch wegen verschiedener Stoffe in Plastikartikeln, die zur Veränderung des Hormonsystems beim Menschen beitragen. Außerdem bat er uns, ausschließlich "Happy meat" zu verzehren und damit nicht die Abholzung und Verbrennung des Amazonasregenwaldes zu fördern.

Wichtig war ihm auch, uns zu zeigen, dass eben doch jeder Einzelne etwas tun kann. Am besten sähe man dies am Hambacher Forst, bei dem nach Protesten schließlich die Rodung des Waldes zugunsten eines Braunkohletagebaus gestoppt worden sei.

Henry Fair geht es darum, dass die Menschen über ihr Handeln nachdenken. Überall gäbe es größere Kausalzusammenhänge. Am Beispiel des Abbaus von Rohstoffen für unsere Smartphones versuchte er uns schließlich einen dieser Zusammenhänge darzustellen; denn was uns verborgen bleibt, sind die bürgerkriegsähnlichen Zustände um die Minen, in welchen die Rohstoffe für unsere Handys gewonnen werden: "Is there one woman dying per phone? No. One per ten? Maybe. One per twenty? Yes, could be."

Beim Klimaschutz gehe es aber auch nicht darum auf alles zu verzichten, nur müsse man sich überlegen, ob man z.B. das neueste Handymodell bräuchte, wenn das alte noch funktioniere. Er selber gibt zu, dass auch er nicht vollständig klimafreundlich lebe. Besonders seine vielen Flüge, die schon allein für die Luftaufnahmen seiner Bilder nötig seien, hätten negative Auswirkungen auf seine Klimabilanz; er versuche allerdings, seine Flüge soweit zu minimieren wie möglich.

Schlussendlich richtete er den Appell noch einmal direkt an uns Schülerinnen und Schüler: Wir sollen uns doch bitte noch einmal gut überlegen, was wir nächsten Freitag vorhätten.

Lena R., Jg. 12 (Organisation der Veranstaltung: Dieter Urban; Fotos: Björn Nölte)