Sechs Wochen lang stand an der Voltaireschule Europa im Mittelpunkt. Vom Festakt am 12.05.2026 bis zu den letzten Workshops Ende Juni 2026 hat die AG Juniorbotschafter:innen des Europäischen Parlaments — gemeinsam mit der SoR-SmC-Gruppe und externen Partnern — ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Anlass war der eigentliche Europatag am 9. Mai, jener Tag, an dem im Jahr 1950 der französische Außenminister Robert Schuman in Paris die berühmte Rede hielt, die heute als Geburtsstunde der Europäischen Union gilt.

Großer Festakt zum Europatag

Den Auftakt bildete ein Festakt auf dem Schulhof. Über der Bühne prankte in großen Buchstaben das Wort EUROPATAG — daneben ein Banner mit unserem Motto: „Menschenrechte, Demokratie, Europa? Wir sind mehr!“

Caitlin und Ada, beide Schülerinnen und Juniorbotschafterinnen des Europäischen Parlaments, eröffneten die Feier mit einer Rede. Sie erinnerten an Schumans Worte aus dem Jahr 1950 — „Europa entsteht durch konkrete Tatsachen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen“ — und benannten konkret, was diese Solidarität heute herausfordert: den Krieg in der Ukraine, der Umgang mit Geflüchteten an den EU-Außengrenzen, den Umgang mit der extremen Rechten im Europäischen Parlament.

Im Anschluss wurden die Hauptpreise der EU-Tombola gezogen, an der sich in den Tagen zuvor zahlreiche Schülerinnen und Schüler beteiligt hatten, umrahmt von Songs der Schülerband. Den feierlichen Abschluss bildete, wie in den Vorjahren, das gemeinsame Singen der Ode an die Freude.

Sechs Wochen Europa zum Erleben

In den Wochen danach folgte das eigentliche Herzstück: ein breit gefächertes Workshop-Programm, das Europapolitik nicht abstrakt, sondern konkret und persönlich erlebbar machte.

Den Auftakt bildete am 28.05. eine Podiumsdiskussion zur Frage „Welche Rolle spielt Europa heute?“. Mit Dr. Christian Ehler (MdEP, EVP), Faina Dombrowski (Mitarbeiterin von MdEP Sergey Lagodinsky, Grüne) und Vertretern mehrerer politischer Jugendorganisationen diskutierten die Schüler über den Umbruch der internationalen Ordnung, den Umgang mit rechtsextremen Fraktionen im Europäischen Parlament u.v.m. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Gelegenheit, ihre eigenen Fragen direkt an die Politiker zu richten — und nutzten sie auch.

Am 03.06. war Hawar.help zu Gast, gemeinsam mit einer Person, die selbst aus Syrien geflüchtet ist. Anhand von Materialien und persönlichen Erzählungen wurden Fluchtrouten nachgezeichnet. Europapolitik wurde damit für alle nicht als abstraktes Brüsseler Thema, sondern als unmittelbar erlebbare Realität greifbar.

Am 05.06. drehte sich beim Workshop „KI und Demokratie“ der Deutschen Gesellschaft e. V. alles um die Frage, wie sich politische Kommunikation und Meinungsbildung durch künstliche Intelligenz verändern — gerade mit Blick auf Wahlen, Desinformation und Deepfakes.

In der Woche darauf, am 08.06., kam Understanding Europe Germany e. V. mit einem Workshop zur Frage, wie Partizipation lokal, national und auf europäischer Ebene aussehen kann — und welche Möglichkeiten wir selbst haben, uns einzumischen.

Am 10.06. zeigte die AG den Dokumentarfilm „Kein Land für niemand“ — eine kontroverse Auseinandersetzung mit den Fluchtrouten über das Mittelmeer und der Rolle der EU. Ein Mitglied des Filmteams stand anschließend für ein Gespräch zur Verfügung. Unser besonderer Dank gilt dem Förderverein, der diese Veranstaltung finanziell unterstützt hat.

In der dritten Juniwoche verdichtete sich das Programm:  Am 17.06. konnten Schülerinnen und Schüler einer Mitarbeiterin der EU-Kommission Fragen zur Verwendung der EU-Fonds in Brandenburg stellen.

Am 19.06. gab es ein EU-Quiz, das die jüngeren Jahrgänge spielerisch in die Welt der EU einführte.

Den Abschluss bildete am 24.06. das Planspiel Europäisches Parlament (Träger: „Europa im Blick“), bei dem die Schüler selbst in die Rolle von EU-Abgeordneten schlüpften und eine EU-Richtlinie verhandelten.

Europa nicht als selbstverständlich begreifen

Was bleibt nach sechs Wochen Europawochen? Vor allem das Bewusstsein, dass die Themen, die wir hier behandelt haben, nicht abgehandelt sind — und dass es sich lohnt, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, wenn man im eigenen Land und in der Europäischen Union mitgestalten möchte.

Unser besonderer Dank gilt allen Referenten und Partnern: Dr. Christian Ehler, Faina Dombrowski, Hawar.help, der Deutschen Gesellschaft e. V., Understanding Europe Germany e. V., dem Team von „Europa im Blick“, dem Filmteam von Kein Land für niemand und dem Mitarbeiter der EU-Kommission. Unser Dank gilt ebenso der Schulleitung für die Unterstützung sowie dem Förderverein für die Filmförderung.

Vor allem aber gilt unser Dank allen Schülerinnen und Schülern, die mitgemacht haben — und denen, die ihre Fragen, ihre Skepsis und ihren Widerspruch mitgebracht haben. Wir freuen uns aufs nächste Jahr.

Verantwortlich: AG Juniorbotschafter:innen des Europäischen Parlaments & SoR-SmC-Gruppe der Voltaireschule Potsdam (Text und Fotos)