Projekt Stolpersteine
Schülerinnen und Schüler der Voltaireschule beteiligten sich an dem europäischen Kunstprojekt „Stolpersteine“ in Potsdam.
Dieses Projekt wurde 2003 von dem Kölner Künstler Gunther Demnig ins Leben gerufen. Mittels „Stolpersteinen“ macht der in Berlin geborene Künstler auf die Schicksale von Opfern des Nazi-Terrors, von Rassenwahn, Intoleranz und Euthanasie aufmerksam. Inzwischen erinnern in Deutschland, in Österreich und in Ungarn über 12.500 dieser Objekte an die tragischen Schicksale ehemaliger Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Potsdam beteiligt sich an diesem Projekt, um die persönliche Lebensgeschichte der ansonsten oft namenlosen Opfer und die historischen Ereignisse in der Stadt visuell erfahrbar zu machen.
Die Recherche zu den Schicksalen der einzelnen ehemals Potsdamer jüdischen Familien führte die Klasse 8c im Rahmen ihres Religionsunterrichtes mit der Lehrerin Ulrike Boni-Jacobi durch. Die Schülerinnen und Schüler suchten und fanden Lebensspuren von Potsdamer Juden. Sie korrespondierten mit Angehörigen der Opfer und bauten somit einen persönlichen Bezug zu dem schrecklichen Geschehen auf. Lebensläufe, Erinnerungen und Kontakte zu den Nachfahren wurden von den Schülerinnen und Schülern beeindruckend dargestellt. Der Oberbürgermeister Jan Jakobs nannte die Ergebnispräsentation eindrucksvoll und ergreifend.
Bei einem Stadtrundgang mit Besuchern aus Israel durften Voltaireschülerinnen den OB begleiten und „ihre“ Stolpersteine vorstellen.
Ihnen wurde eine Studienreise nach Israel in Aussicht gestellt.
Der während des Projektes entstandene Film wurde für den Wettbewerb „Israel und ich“ eingereicht.
Zwei Schülerinnen – Nele Pröpper und Josephine Makarian – wurde es ermöglicht, den „Zug der Erinnerung“ nach Auschwitz zu begleiten. Ein Reisetagebuch bekundet, wie sehr die beiden versuchten, das Unfassbare fassbar zu machen und wie sehr es ihnen half, mit Gleichgesinnten aus verschiedenen Ländern das Erlebte zu verarbeiten.
Alle Beteiligten waren betroffen und bekundeten, dass sie durch dieses Unterrichtsprojekt nachhaltig beeinflusst wurden. Konsens bestand darin, die Erlebnisse nicht zu vergessen, sondern sie mit vielen anderen zu teilen, damit sich so etwas nie wiederholt.
Das Projekt wird im laufenden Schuljahr fortgeführt.



