Innovationsverbund Schule – Hochschule Brandenburg (iVB)
Der Innovationsverbund Schule – Hochschule Brandenburg (iVB) ist eine Kooperation zwischen der Universität Potsdam und dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Er zielt auf eine wissenschaftlich begleitete Entwicklung und Erprobung neuer Formen des Lehrens, Lernens und Erziehens in der Schule. Der iVB mit seinen MitarbeiterInnen ist die Verbindungsstelle zwischen Schulpraxis, Schulentwicklung, Erziehungswissenschaft und Bildungsverwaltung. In einem kontinuierlichen Austausch werden aktuelle Fragen und Problemlagen der Schul- und Unterrichtsgestaltung an den einzelnen im Verbund mitarbeitenden Schulen analysiert. Daran anknüpfend werden in gemeinsamer Arbeit von „Schulpraktikern“ und „Theoretikern“ innovative Lösungen erarbeitet, erprobt und evaluiert.
Leitung des iVB
Ministerium für Bildung, Jugend und Sport:
Renato Albustin, Tel.: 0331/866-3853, Email:renato.albustin(at)mbjs.brandenburg.de
Universität Potsdam, wiss. Leitung:
Prof. Dr. Marianne Horstkemper, Tel.: 0331/977-2688, Email:horstkem(at)rz.uni-potsdam.de
Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach, Tel.: 0331/977-2135, Email:wlauterb(at)rz.uni-potsdam.de
Kooperation der Voltaireschule Potsdam mit dem iVB
Die Voltaireschule Potsdam hat die „Individualisierung des Lernens“ als den zukünftigen Entwicklungsschwerpunkt ihrer Arbeit ausgemacht. In heterogenen Lerngruppen sollen die Lernarrangements derart gestaltet sein, dass Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Fähigkeiten ihr jeweiliges Lernpotenzial ausschöpfen können. In dem Projekt mit dem iVB geht es um die Realisierung eines individualisierten und binnendifferenzierenden Deutschunterrichts im 7. Jahrgang. Schwerpunkt der Arbeit bildet dabei die Leseförderung, denn den PISA-Ergebnissen zufolge
- ist bei Jugendlichen in Deutschland die Streuung der Leseleistungen vergleichbar groß,
- liegt die mittlere Lesekompetenz unter dem Durchschnitt der Teilnehmerstaaten,
- kann etwa ein Viertel der Jugendlichen nur auf einem elementaren Niveau lesen (nur vier Länder haben schlechtere Ergebnisse, darunter Brasilien und Mexiko),
- ist in Deutschland der Anteil der Jugendlichen, die nicht zum Vergnügen lesen mit 42% am höchsten von allen teilnehmenden Ländern,
- finden sich ausgeprägte Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Jugendlichen hinsichtlich Lesekompetenz und Leseinteresse.
Geplante Arbeitsschwerpunkte:
- Reflexionsarbeit
Angestrebt ist eine Verständigung innerhalb eines Teams von Deutschlehrkräften über didaktische Prinzipien des Lernens und über Bedingungen von erfolgreichen Lernprozessen.
- Entwicklungsarbeit auf der Ebene des Unterrichts
Das Team versucht den Anspruch der Individualisierung über die Entwicklung von selbst gesteuerten Lehr-Lernarrangements und Binnendifferenzierung umzusetzen. Dazu werden Unterrichtseinheiten zur Leseförderung für die Jahrgangsstufe 7 im Fach Deutsch entworfen, erprobt und ggf. modifiziert. Dabei wird insbesondere die Heterogenität der Geschlechter berücksichtigt.
- Erprobung und Evaluation der erarbeiteten Unterrichtseinheiten
Auf Grund vergleichender Beobachtung und Analysen (Erhebung des Leseverhaltens und der Lesekompetenz zu zwei Messzeitpunkten) wird ermittelt, ob und wie die erarbeiteten Unterrichtseinheiten insbesondere dem Anspruch einer Förderung von Leseinteresse und -motivation individuell gerecht geworden sind. Die Materialien und Analysen werden an den Fachbereich weitergegeben und die Unterrichtseinheiten im kommenden Schuljahr ggf. modifiziert erneut durchgeführt.
- Systematische Fortschreibung und Vernetzung
Das Team von DeutschlehrerInnen erhält im Stundenplan ein Zeitfenster für die gemeinsame Entwicklungsarbeit. In den darauffolgenden Jahren wird ein Teil des Teams erneut im Jahrgang 7 im Fach Deutsch eingesetzt, um den Ergebnistransfer zu gewährleisten. Die Teamlehrkräfte, die ihre Klasse in die Jahrgangsstufe 8 begleiten, setzen die Entwicklungsarbeit mit dem neuen DeutschlehrerInnen-Team fort. Relevante Ergebnisse werden in das gesamte Kollegium getragen, damit diese von allen genutzt und umgesetzt werden können. Bei positiver Evaluation kann das Leseförderkonzept auf andere Schulen im Land Brandenburg übertragen werden.
Ansprechpartner
Guido Mayus, als wiss. Mitarbeiter abgeordnete Lehrkraft, Tel.: 0331/977-2482, Email:guido.mayus@uni-potsdam.de
Schulleiterin Ortrud Meyhöfer




